Das WDV System – Anwendung, Planung und Ausführung
I. Geschichtliches
Ein WDVS wurde erstmalig 1957 bei einem Bauvorhaben in Berlin eingesetzt. Damals wurde ein PS Hartschaum der Firma BASF eingesetzt. Zwischenzeitlich haben sich auf dem Markt mehrere Hersteller etabliert. Als Materialien haben sich aber neben dem Polystyrol Hartschaum im großen Stil nur noch Mineralfaserdämmplatten durchgesetzt. Holzfaser, Kork, Hanf etc. führen nur ein kleines Nischendasein. Deshalb möchte ich mich auch auf die Beiden Hauptmaterialien, nämlich Polystyrol und Mineralfaser beschränken. Anhand von Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis der Forma Hausbau GmbH möchte ich versuchen Ihnen die Anwendung von WDV Systemen näher zu bringen.
II. Aufbau
Das Dämmmaterial (Dämmstoff) wird in Form von Platten oder Lamellen mit Hilfe von Kleber und/oder Dübel (Tellerdübel) auf dem bestehenden Untergrund (zum Beispiel Ziegel, Kalksandstein, Beton, …) befestigt und mit einer Armierungsschicht versehen. Die Armierungsschicht besteht aus einem Armierungsmörtel (Unterputz), in dem ein Armierungsgewebe eingebettet wird. Das Armierungsgewebe ist im oberen Drittel der Armierungsschicht angeordnet. Den Abschluss des Systems bildet ein Außenputz (Oberputz), der je nach Anforderung oder gestalterischen Aspekten noch gestrichen wird.
III. Physikalische Betrachtung
Von Entscheidender Bedeutung für ein WDVS ist eine hohe Dämmung und möglichst kein Tauwasserausfall in der Wand. Im Winter z. B. sind Wasserdampfdruck und Temperatur innen hoch und außen sehr niedrig. Im Wandquerschnitt entsteht somit ein Gefälle.
Bei jeder Temperatur kann die Luft nur eine bestimmte maximale Feuchte aufnehmen. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist gekennzeichnet durch den Sättigungsdampfdruck, der temperaturabhängig ist. Durch den Aufbau der Wand wird sowohl der Verlauf der Temperatur und damit des Sättigungsdampfdrucks als auch der Verlauf des Dampfdrucks vorgegeben. Nur wenn im Wandquerschnitt der Dampfdruck stets unter dem Sättigungsdampfdruck liegt, kommt es nie zum Ausfall von Tauwasser.
Grundsätzlich ist ein geringer Tauwasseranfall zulässig, wenn über spezielle Berechnungen nachgewiesen wird, dass die angefallene Tauwassermenge wieder abtrocknen kann.
Bei mehrschichtigen Außenbauteilen wird deshalb die Tauwasserfreiheit grundsätzlich gesichert, wenn die Wärmedämmfähigkeit nach außen hin zunimmt und der Wasserdampfdiffusionswiderstand nach außen hin abnimmt. Innendämmungen sind deshalb sehr problematisch und sollen hier nicht näher behandelt werden. Sollten Sie hierfür nähere Informationen benötigen, so wenden Sie sich bitte direkt an die Forma Hausbau GmbH.
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand sollte nach außen hin abnehmen, damit die anfallende Feuchte während der Verdunstungsperiode gut nach außen hin verdunsten kann. Die Hauptursache für Schäden an WDV-Systemen, ist der Ausfall von Tauwasser zwischen der Dämmung und dem Außenputz. Wenn dieses Tauwasser aufgrund des hohen Wasserdampfdiffusionswiderstands des Außenputzes und Anstrichs nicht vollständig verdunstet, kann es zu Abplatzungen durch gefrierendes Wasser und zur allmählichen Durchfeuchtung des Dämmstoffs kommen. Die Folgen sind eine Abnahme des Wärmedämmvermögens und Standsicherheitsprobleme, was einen vollständigen Abriss und Neuaufbau des WDVS zur Folge haben kann.
Um die Gefahr der Algenbildung auf WDV-Systemen zu verringern, sollten am besten Wärmedämmungen mit hoher Wärmespeicherfähigkeit verwendet werden. Dadurch wird erreicht, dass die Außenseiten der Wände möglichst langsam abkühlen. Durch die langsame Nachtabkühlung verringert sich die Zeit, in der die Temperatur der Bauteiloberfläche unter die der Umgebungstemperatur fällt und sich Kondensat auf der Putzoberfläche bilden kann.
Algen wachsen je nach Gattung ab einer Feuchte von 70%.
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