Erfahrungen Außenwandkonstruktionen beim Hausbau – Mit Beispielen von FORMA Hausbau Häusern

Die Wahl der Außenwandkonstruktion ist ein viel diskutiertes Thema und wird zum Teil sehr viel mit Vorurteilen und Emotion diskutiert.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Mal abgesehen von Fertighäusern, Holzhäusern, Ständerbauweisen etc. möchte ich mich hier nur mit der gemischten Massivbauweise bzw. der rein monolischen Bauweise befassen, wobei Verklinkerungen ausgenommen werden.
Ich möchte anhand von gebauten Häusern der Forma Hausbau GmbH die Vor- und Nachteile von 2 verschiedenen Außenwandkonstruktionen erläutern.

Zuerst einmal stellt sich die Frage welche Eigenschaften eine moderne Außenwandkonstruktion aufweisen soll. Die Wertigkeit der geforderten Eigenschaften hängt natürlich startk von der Lage des Objetes ab. In lauten Umgebungen wird sicherlich mehr Wert auf Schallschutz gelegt, als in ruhigen Lagen. Deshalb einfach mal eine Auflistung der geforderten Eigenschaften ohne dabei die Wertigkeit zu berücksichtigen:

  • Wärmedämmung
  • Schallschutz
  • Feuchtigkeitsregelung
  • Feuerwiderstandsfähigkeit
  • Wind-/Luftdichtheit

Als erstes sollen sogenannte monolitische Außenwandkonstruktionen betrachtet werden.

Monolithische Außenwandkonstruktion
Sogenannte einteilige Außenwandkonstruktionen bestehen aus einem Baustoff, der idealerweise alle Anforderungen an eine moderne Außenwand übernimmt.
Es ist natürlich klar, dass hier nicht alle Anforderungen gleichgut von EINEM Baustoff erfüllt werden können. Deshalb sollte sich der Bauherr vorher darüber Gedanken machen wie die Reihenfolge der Anforderungsbedingungen lauten sollte.
In aller Regel wird heutzutage aufgrund der hohen Energiekosten das Hauptaugenmerk auf die Wärmedämmung gelegt. Zudem ist es natürlich auch so, dass bei monolitischen Baustoffen ein negativer Zusammenhang zwischen Wärmedämmung und Schalldämmung besteht. Eine Faustregel besagt, je besser die Wärmedämmung, desto schlechter der Schallschutz.
Auch die Feuchtigkeitsregelung ist als Kennwert einer Außenwandkonstruktion nicht zu unterschätzen. Schließlich bestimmt die Wahl des Baustoffes das spätere Raumklima.
Weniger wichtig sind die Kriterien Feuerwiderstandsdauer und Luft-/Winddichtigkeit. Nicht weil diese Faktoren für sich unwichtig sind, sondern allein deshalb, weil mit modernen, massiven Mauerwerkssteinen (egal mit welchem Material) die Anforderungen an Brandschutz, Luft- und Winddichtigkeit bei fachgerechter Ausführung zu erfüllen sind.

In einem neuen Artikel möchte ich kurz die Vor- und Nachteile der einzelnen Baustoffe für die monolithische Bauweise aufzeigen. Welche bewährten Baustoffe für monolitische Außenwandkonstruktionen gibt es und wo sind die Vor- und Nachteile.

Doch zunächst möchte ich vorher noch die zweischaligen Außenwandkonstruktionen erwähnen, die sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt haben. Auch die Forma Hausbau GmbH ist vor vielen Jahren auf die zweischalige Bauweise umgestiegen, da sich hier einige gravierende Vorteile ergeben. Auch hier werde ich in einem eigenen Artikel die Möglichkeiten der zweischaligen Bauweise aufzeigen und welche Baustoffe hier eingsetzt werden können.

Zweischalige Außenwandkonstruktion
Sogenannte zweiteilige Außenwandkonstruktionen bestehen aus zwei Baustoffen, von denen jeder einzelne Baustoff eine bestimmte Funktion erfüllt. Im Fachjargon werden diese Systeme auch Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) genannt.
Der Vorteil bei dieser Konstruktion ist der, dass jedem Baustoff die Funktion zugewiesen wird, die er am Besten erfüllen kann.

Für den Einsatz im WDVS müssen Dämmstoffe höhere Ansprüche als im Innenausbau erfüllen und daher stehen nur ein Bruchteil der angebotenen Dämmstoffe zur Verfügung. Besonders die nachwachsenden Dämmstoffe sind auf Grund ihrer guten Brennbarkeit und ihres hohen Wasseraufnahmevermögens nur begrenzt geeignet.

anorganische

  • Mineralwolle (Stein- und Glaswolle)
  • Mineralschaum (Kalziumsilikat-Hydrate)

organische synthetische

  • Polystyrol-Hartschaum (PS)
  • Polystyrolpartikel-Schaum (EPS)
  • Polystyrolextruder- Schaum (XPS)
  • Polyurethan-Hartschaum (PUR)
  • Vakuumdämmplatten (VIP)

natürliche

  • Holzfaser
  • Kork
  • Hanf
  • Schilf

Bei einem WDVS trägt die äußere Schicht die primäre Aufgabe der Wärmedämmung und Bewitterungsschutzes und die innere Schicht die Aufgabe des Schallschutzes und Feuchtigkeitsregelung.

Das Dämmmaterial (Dämmstoff) wird in Form von Platten oder Lamellen mit Hilfe von Kleber und/oder Dübel (Tellerdübel) auf dem bestehenden Untergrund (zum Beispiel Ziegel, Kalksandstein, Beton, …) befestigt und mit einer Armierungsschicht versehen. Die Armierungsschicht besteht aus einem Armierungsmörtel (Unterputz), in dem ein Armierungsgewebe eingebettet wird. Das Armierungsgewebe ist im oberen Drittel der Armierungsschicht angeordnet. Den Abschluss des Systems bildet ein Außenputz (Oberputz), der je nach Anforderung oder gestalterischen Aspekten noch gestrichen wird.

Nachfolgend ein Bild von einer Baustelle der Forma Hausbau GmbH. Hier ist gut zu erkennen, dass EPS (Polystyrolpartikelschaum) Wärmedämmplatten vom TYP NEOPOR Verwendung finden.
Im Bereich des Außenkamines ist ein, wenn auch schwer entflammbarer Dämmstoff, nicht zulässig. Deshalb wurden im Bereich um den Kamin Mineralwolleplatten (nicht entflammbar) verwendet.

Wärmedämmverbundsystem der Forma Hausbau GmbH

Wärmedämmverbundsystem der Forma Hausbau GmbH

Weitere Informationen zum Wärmedämmverbundsystem finden Sie hier

Eine Antwort

  1. Zum Thema Luftdichtheit würde ich gerne auf das Luftdicht-Forum ( http://www.luftdicht-forum.de ) hinweisen.

    Dienstleister für Luftdichtheitsmessungen finden Sie auf der Luftdicht-Karte ( http://www.luftdicht-karte.de ).

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